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Liechtenstein goes fair, Kampagnenbüro, Helen Konzett Bargetze,
Römerstrasse 12, 9495 Triesen, Telefon 00423 392 11 37
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Antworten auf oft gestellte Fragen

 

Ist die Unterstützung des Fairen Handels in Liechtenstein sinnvoll?

Ja, denn wir konsumieren täglich und schon zum Frühstück viele Produkte aus südlichen Ländern: Kaffee, Tee, Säfte, Kakao, Zucker. Gemäss neuem Liechtensteiner Gesetz über die Internationale Humanitäre Zusammenarbeit (Landesgesetzblatt 149/2007) "fördert Liechtensteiner Entwicklungszusammenarbeit insbesondere die Beteiligung armer Bevölkerungsschichten am wirtschaftlichen Wachstum, insbesondere den Zugang zu Mikrofinanzdienstleistungen und Fairem Handel." Fairer Handel bietet benachteiligten ProduzentInnen in den Ländern des Südens von vornherein faire Preise für ihre Erzeugnisse, so wie unsere in Liechtenstein ansässigen Bauern auch auf einen fairen Preis für ihre Produkte bauen. Wir verlassen uns auch in Liechtenstein auf die unabhängigen, international geprüften Soziallabels wie Max Havelaar und Initiativen wie claro.

Warum braucht es einen fairen Handel?

Bis jetzt bietet der Faire Handel weltweit über einer Million Familien in südlichen Ländern einen fairen Preis für Ihre Produkte. Faire Preise für landwirtschaftliche Produkte sind in den Ländern des Südens aber noch die Ausnahme: Bauern und Plantagenangestellte stehen unter dem Druck des Weltmarkts mit seinen tiefen und schwankenden Preisen und einem ausbeuterischen Zwischenhandel. Nicht die Bauern machen die Preise, sondern sie müssen nehmen, was sie angeboten bekommen. Das ist erwiesenermassen zu wenig, und so kommt es zu Armut trotz harter Arbeit. Folgen sind Verschuldung, Verelendung, mangels Alternativen auch Drogenanbau, Prostitution, Kinderarbeit, Landflucht in Richtung städtische Elendsviertel, Emigration. Der faire Handel ändert die Spielregeln, er garantiert den Bauern die Abnahme der Ernte für einen Preis, der ein Auskommen ermöglicht, und so ergibt sich ein Ausweg aus der Abhängigkeit.

Ist die Kampagne LIECHTENSTEIN GOES FAIR nachhaltig?

Ja; sie ermöglicht einer wachsenden Menge von sozial gerecht produzierten Lebensmitteln dauerhaften Eingang in Liechtensteins Markt, in Läden, Restaurants und Institutionen, und sie unterstützt betriebliche Initiativen. Die verbindlich ausgehandelten Teilnahmebedingungen werden durch die Verleihung des LIECHTENSTEIN GOES FAIR-Kampagnenlabels und durch Zurverfügungstellung von Klebern für Eingangstüren und Webseiten, durch Bewerbung auf dieser Webseite und in den Tageszeitungen belohnt. Eine unabhängige Kontrollstelle begleitet den Umstellungsprozess.

Wie lange dauert die Kampagne LIECHTENSTEIN GOES FAIR?

Bis Ende 2008. Ab 2009 soll das Projekt staatlich institutionalisiert werden und der Konsum von fair gehandelten und zertifizierten Lebensmitteln Standard sein. Die weitere Begleitung und Kontrolle soll von da an von einer Liechtensteinischen Amstsstelle ausgeführt werden.

Wie verwenden die Bauern den Mehrerlös aus dem Fairen Handel?

Bauern in den Ländern des Südens schliessen sich zu Genossenschaften oder Kooperativen zusammen, welche Verträge mit Handelspartnern, z.B. in der Schweiz mit claro, gebana oder Inter American Coffee Schweiz, eingehen. Diese sind Lizenznehmer bei Max Havelaar (Schweiz). Dieser direkte Handelsweg ohne Zwischenhändler garantiert, dass der Mehrerlös direkt den Genossenschaftsmitgliedern zugute kommt. Wie der Mehrerlös verwendet wird, bestimmen die Genossenschaften oder Kooperativen in einem demokratischen Prozess selber, ohne Einflussnahme der Labelorganisationen wie Max Havelaar. Häufig bezahlen die Kooperativen an die Mitglieder einen besseren Preis für die Produkte oder das Geld kommt in einen Fonds für die Finanzierung von nachhaltigen Gemeinschaftsprojekten wie Alphabetisierungs- und Weiterbildungsprogramme, Stipendienvergaben an Kinder und Jugendliche, Förderung von nachhaltigen Anbaumethoden, Modernisierung der Anlagen oder Gesundheitsprojekte. Die Verwendung des Mehrerlöses wird durch einen Bericht und durch Evaluierung transparent.